GEMEINDE BORNSTEDT

Gemeindefläche: 931 ha; Einwohner: ca. 950
Die Gemeinde Bornstedt besteht aus den Ortsteilen Bornstedt und
Neuglück.
Bornstedt liegt im südwestlichen äußeren Winkel des Landkreises Mansfelder Land. Im Osten der
Gemeinde grenzen die bewaldeten Hänge des „Hornburger Sattels“ - eines Höhenzuges -, im Westen der
Kuhfassbach an die Gemeindeflur.
Das
Dorf hat seinen ursprünglichen dörflichen Charakter eines Bauerndorfes erhalten.
Geschichtlichen Erkundungen zufolge, siedelten bereits
vor ca. 5000 v.Chr. hier die Menschen der Bandkeramiker Zeit. Bei Grabungen konnten in der
Gemeindeflur Feuersteinklingen und Keramik geborgen werden. Ebenso konnte der Nachweis einer
Siedlung im 3. und 4. Jahrhundert erbracht werden. Zum Ende der Karoligerzeit um 840 findet man die ersten
urkundlichen Erwähnungen des Ortes. Damals wurde der Ort im Hersfelder Zehntenverzeichnis als
„Brunistat“ geführt.
Die auf
dem Höhenzug des „Hornburger Sattels“ gelegene Burganlage wurde als Sperr- und Wachburg an der
Grenze zu Thüringen errichtet und 880 als „Brunstediburg“ im Zehntenverzeichnis
erwähnt.
Vermutlich begann die Besiedlung des Ortes im Bereich
des heutigen Kirchbrunnens, wo eine Quelle zutage tritt. Mit der baulichen Ausdehnung des Ortes
entstand Mitte des 10. Jahrhunderts an dieser Stelle die St. Pankratius-Kirche als Folgekirche
einer ehemals auf dem Kirchberg befindlichen ersten Kirche des Ortes. Die St. Pankratius-Kirche steht noch
heute im Dorfzentrum und prägt so das Bild des Ortes. Da die Gemäuer des Kirchbrunnens zu zerfallen
drohten, wurde der Kirchbrunnen im Jahre 1997 neu nach altem Vorbild
rekonstruiert.
In der
heutigen Schreibweise wurde Bornstedt in urkundlichen Überlieferungen erstmals im Jahre 1120
erwähnt. Der Ort ist reich an Zeugnissen der Regionalgeschichte.
Die
Burganlage hatte vom Entstehen bis zum 18. Jahrhundert mehrere Besitzer. So
- die edlen Herren von Bornstedt, aus
dem Hause Schraplau hervorgegangen, etwa von 1120 bis 1202
- die Herren von Friedeburg, ein Zweig
des alten Mansfelder Geschlechts, etwa von 1202 bis 1283
- die Herren von Gattersleben von 1283
bis 1301
- die Mansfelder Grafen von 1301 bis
1780.
Sie
verlor ihre strategische Bedeutung als Grenzburg und wurde zwischen 1531 und 1546 als Sitz der
Grafenlinie Mansfeld - Bornstedt zum Wohnschloss umgebaut und von den Grafen mit einigen
Unterbrechungen bewohnt. Letzter Bewohner war (nach mündlichen Überlieferungen bis 1722) ein
Forstbeamter. Da die Burg in Folge nicht mehr bewohnt war und die Mansfelder Grafen mit dem Tode
des letzten Grafen am 06.04.1780 ausstarben, geriet die Burg in Vergessenheit und wurde als
Steinbruch zur Erlangung von Baumaterial genutzt. Sie verfiel allmählich zur
Ruine.
Die
fleißigen Mitglieder des Heimatfestvereines e.V. haben in den Jahren ab 1949 Stück für Stück das
alte Ruinengelände wieder so hergestellt, dass es für die Bewohner im Ort und Umgebung sowie für
Besucher, Touristen und Wanderfreunde eine echte Attraktion wurde.
Das
Burggelände ist seit vielen Jahren ein echtes Naherholungszentrum und die im Frühjahr am Fuße des
Burgberges blühenden unter Schutz stehenden Adonisröschen ein wahrer Anziehungspunkt für alle
Naturliebhaber aus Nah und Fern.
Seit
1949 findet alljährlich das Heimatfest statt. Die „Ritterschaft der Burg zu Bornstedt“ e.V.
versetzt mit ihren Rittern und Ritterspielen die Zuschauer in vergangene
Jahrhunderte. Auf dem Burggelände und von den „Rittern“ kann man viel
erfahren, eben auch die Moritat der Burg Bornstedt, und warum sie den Namen „Schweinsburg“
erhielt.
Neben
dem Heimatfest wird das Burggelände für verschiedene Veranstaltungen genutzt.
Gleich im Anschluss an das
Burggelände, in einem herrlichen Waldstück, befindet sich der Sportplatz des Ortes mit seinem
Sportlerheim und Gaststätte, welche zum Verweilen einlädt.
Aber
auch im Ort gibt es gastronomische Einrichtungen wie das ,,Weiße Ross“ am geschichtlich wertvollen
„Bauernstein“ „Kaczor‘s Gaststube“ in der Klara - Zetkin - Straße und die Gaststätte in der
Kleingartensparte „Einigkeit“ Bornstedt e.V.
Wer vom
vielen Wandern müde ist, findet in der Zimmervermietung an dem Bächlein „Rohne“ bei Lutz und
Barbara Hesse, sowie bei Familie Regina und Horst Pagel eine gute Übernachtungsmöglichkeit und ein
reichhaltiges Frühstück.
Im
Sportverein „Blau - Weiß Bornstedt“ kann man in den Abteilungen Fußball, Rad- und Freizeitsport
sowie der Allgemeinen Sportgruppe seinen sportlichen Interessen in den vielfältigsten Disziplinen
nachkommen. Die Radsportler Bornstedt’s sind weit über die Grenzen des Landkreises und sogar des
Landes bekannt. Der Hundesportverein ,,An der Schweinsburg“, der Geflügelzuchtverein 1911, der
Brieftaubenverein Bornstedt ,,Heim zur Burg“, der Anglerverein, die „Pferdefreunde Bornstedt“, der
Kirchenchor und die Freiwillige Feuerwehr runden das Bild eines regen dörflichen Vereinslebens
ab.
Zum Ort
Bornstedt gehört der Ortsteil Neuglück.
Dieser
kleine Ortsteil konnte in der Vergangenheit durch eine Ziegelei, ein Alaunwerk, einen
Landwirtschaftsbetrieb und ein kleines Elektrizitätswerk seinem Namen alle Ehre
machen. Leider
sind die in der landschaftlich schönen, an einem Birkenwäldchen gelegenen Bauten, - ein großer
Gutshof mit Schloss und Nebengebäuden sowie die ehemaligen Betriebe -, dem Verfall ausgesetzt. Es
wird künftig sehr schwierig sein, diesem Ortsteil die Würde seines Namens
zurückzugeben.
Der Ort
erhielt ein neues Abwasser- und Kanalnetz und mit der Sanierung der Straßenbeläge und der Gehwege
bekam der Ort auch äußerlich ein schmuckes Aussehen. Ein Besuch lohnt sich.
Von
Bornstedt aus, sind attraktive Ausflugsziele in der näheren Umgebung gut zu
erreichen.
Der
„Süße See“ bei Seeburg, die Luthergedenkstätten in Eisleben, das Kloster Helfta, das Rosarium und
das Spenglermuseum in Sangerhausen sowie das Kyffhäuser Denkmal bei Berga um nur einige zu nennen,
bieten sich hierfür an.
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