Bornstedt

Die Gemeinde Bornstedt
Gemeindefläche: 931 ha
Einwohner: 863 (30.6.2012 StaLa)

Bornstedt besteht aus den Ortsteilen Bornstedt und Neuglück und liegt im südwestlichen,  äußeren Winkel des Landkreises Mansfelder Land. Im Osten der Gemeinde grenzen die bewaldeten Hänge des „Hornburger Sattels“ - eines Höhenzuges -, im Westen der Kuhfassbach an die Gemeindeflur. Das Dorf hat seinen ursprünglichen dörflichen Charakter eines Bauerndorfes erhalten.
Geschichtlichen Erkundungen zufolge, siedelten bereits vor ca. 5000 v.Chr. hier die Menschen der Bandkeramiker Zeit. Bei Grabungen konnten in der Gemeindeflur Feuersteinklingen und Keramik geborgen werden. Ebenso konnte der Nachweis einer Siedlung im 3. und 4. Jahrhundert erbracht werden. Zum Ende der Karoligerzeit um 840 findet man die ersten urkundlichen Erwähnungen des Ortes. Damals wurde der Ort im Hersfelder Zehntenverzeichnis als „Brunistat“ geführt. Die auf dem Höhenzug des „Hornburger Sattels“ gelegene Burganlage wurde als Sperr- und Wachburg an der Grenze zu Thüringen errichtet und 880 als „Brunstediburg“ im Zehntenverzeichnis erwähnt.
Vermutlich begann die Besiedlung des Ortes im Bereich des heutigen Kirchbrunnens, wo eine Quelle zutage tritt. Mit der baulichen Ausdehnung des Ortes entstand Mitte des 10. Jahrhunderts an dieser Stelle die St. Pankratius-Kirche als Folgekirche einer ehemals auf dem Kirchberg befindlichen ersten Kirche des Ortes. Die St. Pankratius-Kirche steht noch heute im Dorfzentrum und prägt so das Bild des Ortes. Da die Gemäuer des Kirchbrunnens zu zerfallen drohten, wurde der Kirchbrunnen im Jahre 1997 neu nach altem Vorbild rekonstruiert. In der heutigen Schreibweise wurde Bornstedt in urkundlichen Überlieferungen erstmals im Jahre 1120 erwähnt. Der Ort ist reich an Zeugnissen der Regionalgeschichte.
Die Burganlage hatte vom Entstehen bis zum 18. Jahrhundert mehrere Besitzer. So die edlen Herren von Bornstedt, aus dem Hause Schraplau hervorgegangen, etwa von 1120 bis 1202 die Herren von Friedeburg, ein Zweig des alten Mansfelder Geschlechts, etwa von 1202 bis 1283 die Herren von Gattersleben von 1283 bis 1301 die Mansfelder Grafen von 1301 bis 1780. Sie verlor ihre strategische Bedeutung als Grenzburg und wurde zwischen 1531 und 1546 als Sitz der Grafenlinie Mansfeld - Bornstedt zum Wohnschloss umgebaut und von den Grafen mit einigen Unterbrechungen bewohnt. Letzter Bewohner war (nach mündlichen Überlieferungen bis 1722) ein Forstbeamter. Da die Burg in Folge nicht mehr bewohnt war und die Mansfelder Grafen mit dem Tode des letzten Grafen am 06.04.1780 ausstarben, geriet die Burg in Vergessenheit und wurde als Steinbruch zur Erlangung von Baumaterial genutzt. Sie verfiel allmählich zur Ruine.
Die fleißigen Mitglieder des Heimatfestvereines e.V. haben in den Jahren ab 1949 Stück für Stück das alte Ruinengelände wieder so hergestellt, dass es für die Bewohner im Ort und Umgebung sowie für Besucher, Touristen und Wanderfreunde eine echte Attraktion wurde.
Das Burggelände ist seit vielen Jahren ein echtes Naherholungszentrum und die im Frühjahr am Fuße des Burgberges blühenden unter Schutz stehenden Adonisröschen ein wahrer Anziehungspunkt für alle Naturliebhaber aus Nah und Fern. Seit 1949 findet alljährlich das Heimatfest statt. Die „Ritterschaft der Burg zu Bornstedt“ e.V. versetzt mit ihren Rittern und Ritterspielen die Zuschauer in vergangene Jahrhunderte. Auf dem Burggelände und von den „Rittern“ kann man viel erfahren, eben auch die Moritat der Burg Bornstedt, und warum sie den Namen „Schweinsburg“ erhielt.
Neben dem Heimatfest wird das Burggelände für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Gleich im Anschluss an das Burggelände, in einem herrlichen Waldstück, befindet sich der Sportplatz des Ortes mit seinem Sportlerheim und Gaststätte, welche zum Verweilen einlädt. Aber auch im Ort gibt es gastronomische Einrichtungen wie das ,,Weiße Ross“ am geschichtlich wertvollen „Bauernstein“ „Kaczor‘s Gaststube“ in der Klara-Zetkin-Straße und die Gaststätte in der Kleingartensparte „Einigkeit“ Bornstedt e.V.. Wer vom vielen Wandern müde ist, findet in der Zimmervermietung an dem Bächlein „Rohne“ bei Lutz und Barbara Hesse sowie bei Familie Regina und Horst Pagel eine gute Übernachtungsmöglichkeit und ein reichhaltiges Frühstück.
Im Sportverein „Blau - Weiß Bornstedt“ kann man in den Abteilungen Fußball, Rad- und Freizeitsport sowie der Allgemeinen Sportgruppe seinen sportlichen Interessen in den vielfältigsten Disziplinen nachkommen. Die Radsportler Bornstedt’s sind weit über die Grenzen des Landkreises und sogar des Landes bekannt. Der Hundesportverein ,,An der Schweinsburg“, der Geflügelzuchtverein 1911, der Brieftaubenverein Bornstedt ,,Heim zur Burg“, der Anglerverein, die „Pferdefreunde Bornstedt“, der Kirchenchor und die Freiwillige Feuerwehr runden das Bild eines regen dörflichen Vereinslebens ab.
Zum Ort Bornstedt gehört der Ortsteil Neuglück. Dieser kleine Ortsteil konnte in der Vergangenheit durch eine Ziegelei, ein Alaunwerk, einen Landwirtschaftsbetrieb und ein kleines Elektrizitätswerk seinem Namen alle Ehre machen. Leider sind die in der landschaftlich schönen, an einem Birkenwäldchen gelegenen Bauten, - ein großer Gutshof mit Schloss und Nebengebäuden sowie die ehemaligen Betriebe -, dem Verfall ausgesetzt. Es wird künftig sehr schwierig sein, diesem Ortsteil die Würde seines Namens zurückzugeben.
Der Ort erhielt ein neues Abwasser- und Kanalnetz und mit der Sanierung der Straßenbeläge und der Gehwege bekam der Ort auch äußerlich ein schmuckes Aussehen. Ein Besuch lohnt sich.
Von Bornstedt aus sind attraktive Ausflugsziele in der näheren Umgebung gut zu erreichen.
Der „Süße See“ bei Seeburg, die Luthergedenkstätten in Eisleben, das Kloster Helfta, das Rosarium und das Spenglermuseum in Sangerhausen sowie das Kyffhäuser Denkmal bei Berga um nur einige zu nennen, bieten sich hierfür an.