Hergisdorf

Das Hergisdorfer Wappen

„Gespalten von Blau über Gold, belegt mit gekreuztem, silbern-schwarzem Bergwerksgezähe“.

Die Gemeinde Hergisdorf
Gemeindefläche: 903 ha
Einwohner: 965 (30.6.2012 StaLa)


Hergisdorf gehört zu den sogenannten Grunddörfern, bestehend aus den beiden Ortsteilen Hergisdorf und Kreisfeld, die nahtlos ineinander übergehen. Hergisdorf hat seinen Namen von einer einst über der evangelischen Kirche gelegenen »Hegersburg«, welche aber bereits um 1200 verfallen war. Im Jahre 1252 wurde Hergisdorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort muss aber schon 200 - 300 Jahre vorher bestanden haben. Die sich am östlichen Berghang erhebende Sankt-Ägidien-Kirche mit ihrem trotzigen Wehrturm und dem kostbaren, aus dem 15.Jahrhundert stammenden Flügelaltar lässt darauf schließen. In dieser Kirche soll bereits Dr. Martin Luther gepredigt haben.
Der Ort Kreisfeld, heutiger Ortsteil von Hergisdorf wird um 1184 als »Crbezinvelt« erstmalig urkundlich erwähnt. Seit Anfang des 16. Jahrhunderts prägte der Bergbau immer mehr das Erscheinungsbild des Ortes. In und um die Ortsanlage verstreut findet man noch Schacht- und Hüttenhalden als Zeugen der frühen Anfänge des Mansfelder Bergbaus.
Die Grenze zwischen den beiden Ortsteilen bildet der aus dem westlichen Harzvorland einfließende Kliebigbach. Folgt man dem Lauf des Baches westwärts, so gelangt man in ein landschaftlich einmalig schönes Tal das „Kliebigtal“, in welchem noch seltene Pflanzenarten, wie Orchideen zu Hause sind. Dieses herrliche Tal bildet einen wunderschönen Kontrast zu der in östlicher Richtung des Mansfelder Landes vorherschenden Haldenlandschaft.
Bungalowsiedlungen an den Rändern der Ortschaft, gelegen in den reizvollen Tälern, sind der Beweis dafür, dass auch Bürger, die nicht aus diesem Ort stammen, Gefallen an diesem Landstrich gefunden haben.
Bemerkenswert für die Gemeinde Hergisdorf ist die kulturelle und sportliche Vielfalt, welche durch die ehemals selbständigen Ortsteile Hergisdorf und Kreisfeld auch historisch gewachsen und erhalten geblieben ist. So besteht in der Doppelexistenz von Vereinen und anderen Institutionen sowohl eine Schwierigkeit, aber auch eine Herausforderung im Sinne der Wahrung von Traditionen für die Gemeinde. Es existieren in Hergisdorf und Kreisfeld Freiwillige Feuerwehr, Turn- und Sportvereine, Schützenverein, Jagdgenossenschaft, Taubenzüchter, Blasorchester, Männergesangsverein, Volkssolidarität und die Pfingstgesellschaften nebeneinander und bieten allen Einwohnerschichten die Möglichkeit der aktiven Freizeitbetätigung.
Nach altem Brauch wird das Pfingstfest noch in beiden Ortsteilen gefeiert. Die Pfingstburschen schlagen im Wald junge Birken und verteilen diese „Maien“ an die Bürger des Ortes.
Höhepunkt der Pfingsttage ist das „Dreckschweinfest“, welches nur in Kreisfeld und Hergisdorf so begangen wird. Nach uralter Tradition erfolgt die Vertreibung des kalten, „schmuddeligen“ Winters durch den sonnig-leuchtenden Frühling. In Rollenspielen wird dies durch die Pfingstburschen nachgespielt.
Haben wir Sie neugierig gemacht? – Wenn ja, dann besuchen Sie uns auf der „Wildbahn“ oder im „Katharinenholz“!